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Marzahn erinnert an der Deportation der Deutschen aus Russland

29 August 2023
Bild von der Niederlegung von Kränzen bei der Gedenkfeier zur Deportation der Deutschen aus Russland.

Die Deportation der Deutschen aus Russland im Jahr 1941 war eine der schlimmsten Tragödien in der Geschichte der deutschen Minderheit in der Sowjetunion.

Mehr als eine Million Menschen wurden aus ihren angestammten Gebieten gewaltsam vertrieben und in entlegene und unwirtliche Gegenden deportiert. Viele starben an Hunger, Kälte, Krankheiten oder Erschöpfung. Diejenigen, die überlebten, mussten unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und litten unter Diskriminierung und Verfolgung.

Um dieser dunklen Vergangenheit zu gedenken und die Opfer zu ehren, fand am Montag, den 28. August 2023, eine Gedenkfeier auf dem Parkfriedhof Marzahn statt, wo ein Mahnmal an das Schicksal der Deportierten erinnert. Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft unterstützt.

Die Gedenkfeier begann mit einer feierlichen Kranzniederlegung am Mahnmal, das die Inschrift trägt: „Den Opfern der Deportation der Deutschen aus Russland 1941-1949“. Die Kränze wurden von verschiedenen Persönlichkeiten und Organisationen niedergelegt, darunter vom Regierenden Bürgermeister von Berlin Kai Wegner, vom Bundestagsabgeordneten Mario Czaja (MdB), von der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Katharina Günther-Wünsch (MdA), vom Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. Johan Thießen und vom Gründer des Netzwerkes „Wir gemeinsam“ Walter Gauks. Die Kranzniederlegung wurde von zwei Sängern aus der Gemeinschaft der Deutschen aus Russland musikalisch begleitet. Frau Helena Goldt (Mezzosopran) und Herr Alexander Steinbrecher (Tenor) sangen Lieder aus ihrer alten und neuen Heimat, die von Hoffnung, Trauer und Dankbarkeit erzählten. Beide sind international renommierte Künstler und setzen sich für den Erhalt und die Förderung der Kultur der Deutschen aus Russland ein.

Nach der Kranzniederlegung fand eine Andacht statt, die von Pfarrer Viktor Weber von der Evangelischen Kirchengemeinde zu Staaken (Spandau) geleitet wurde. Er sprach ein Gebet für die Toten und den Weltfrieden und erinnerte an die Worte Jesu: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Er betonte, dass das Gedenken an die Vergangenheit nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Chance sei, um Versöhnung zu suchen und Brücken zu bauen.

Anschließend kamen mehrere Zeitzeugen und Redner zu Wort, die ihre Erfahrungen und Gedanken zum Gedenken mitteilten. Sie berichteten von den Leiden und dem Kampf ums Überleben während der Deportation, aber auch von den Hoffnungen und dem Willen zur Integration in der neuen Heimat. Sie dankten Deutschland für die Aufnahme und die Anerkennung ihrer Geschichte und ihrer Kultur. Sie appellierten an die jüngeren Generationen, das Erbe ihrer Vorfahren zu bewahren und sich aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen.

Die Gedenkveranstaltung war ein eindrucksvolles und berührendes Ereignis, das die Erinnerung an die Opfer der Deportation wachhält und die Solidarität der Deutschen aus Russland miteinander und mit ihrem neuen Zuhause bekräftigt. Es war auch eine Gelegenheit, mehr über die Geschichte und die Kultur dieser besonderen Gruppe von Menschen zu erfahren, die einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt und zum Reichtum unserer Gesellschaft leisten.


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Kranzniederlegung am Gedenkstein der Deutschen aus Russland 2023

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